Wirtschaftliche Maßnahmen gegen Folgen des Coronavirus in Sachsen

Wirtschaftliche Maßnahmen gegen Folgen des Coronavirus in Sachsen Zum Vergrößern anklicken

01.04.2020

Zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise stehen Ihnen im Freistaat Sachsen nachstehende Hilfsangebote zur Verfügung. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Herrn Schulze, Bereich Betriebswirtschaft, Tel. 0341 200537-40, thomas.schulze@installateur.net.

Rettungspaket für Soloselbständige und Kleinstunternehmen

Bund und Länder haben die Soforthilfen für Soloselbstständige und kleine Unternehmen beschlossen. Demnach sollen Firmen mit bis zu 5 Beschäftigten 9.000 Euro erhalten können, bei bis zu 10 Beschäftigten sind es 15.000 Euro. Diese müssen nicht zurückgezahlt werden. Eine eidesstattliche Versicherung, wonach eine Existenzbedrohung oder ein Liquiditätsengpass wegen Corona  gegeben sind, reicht. Die Umsetzung ist in den Ländern unterschiedlich geregelt.

Die Umsetzung ist in den Ländern unterschiedlich geregelt. Im Freistaat Sachsen ist die Sächsische Aufbaubank – Förderbank (SAB) mit der Beantragung und Auszahlung der Soforthilfen für kleine Unternehmen und Soloselbstständige beauftragt und nimmt bevorzugt Ihre online-Anträge entgegen.

Für Fragen erreichen Sie die SAB unter der Hotline 0351 4910-1100. Aufgrund eines erhöhten Anrufaufkommens kommt es derzeit zu längeren Wartezeiten.

Zum Antrag auf Soforthilfe

Sonderprogramm für Kleinstunternehmen im Freistaat Sachsen "Sachsen hilft sofort"

Einzelunternehmer, Freiberufler und Kleinstunternehmen in Sachsen, welche vom Ausbruch des Coronavirus wirtschaftlich betroffen sind, können seit 23.03.2020 bei der SAB das Soforthilfe-Darlehen "Sachsen hilft sofort" beantragen.

Tipp: Die Beantragung ist ohne Hausbank vorgesehen.

Gefördert werden Einzelunternehmer (Solo-Selbständige), Kleinstunternehmen und Freiberufler in Sachsen, mit einem Jahresumsatz oder einer Jahresbilanz bis zu 1 Mio. Euro. Die Darlehenshöhe beträgt im Regelfall mind. 5.000 bis max. 50.000 Euro. In besonders zu begründenden Ausnahmefällen kann im Einzelfall auch ein Höchstbetrag von bis zu 100.000 Euro nach einem Zeitraum von vier Monaten im Rahmen einer Aufstockung auf den Regelbetrag gewährt werden, wenn nachweisbar ein höherer Bedarf besteht.

Konditionen, Voraussetzungen und die erforderlichen Formulare zu diesem Soforthilfedarlehen finden Sie auf der Förderproduktseite zum Programm.

Für Fragen erreichen Sie die SAB unter der Hotline 0351 4910-1100 sowie unter der E-Mail corona@sab.sachsen.de. Die Beratung ist kostenlos.

Dresdner Sofortprogramm für Kleinstunternehmen, Selbstständige und Freiberufler

Die Landeshauptstadt Dresden hat eine Soforthilfe für Selbstständige, Freiberufler und Kleinstunternehmen ins Leben gerufen, die durch die Corona-Krise starke Umsatzeinbußen erlitten haben, in eine existenzbedrohliche wirtschaftliche Schieflage oder in Liquiditätsengpässe geraten sind. Die Soforthilfe wird als nichtrückzahlbarer Zuschuss in Höhe von 1.000 Euro gewährt.

Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Hotline unter 0351 4888726. Die Hotline steht Ihnen Montag bis Freitag von 8:00 bis 18:00 Uhr zur Verfügung.

Antrag als pdf zum Download zur Soforthilfe der Landeshauptstadt Dresden

KfW-Notfallkredite

Die staatliche Förderbank KfW und die Banken wollen deutschen Unternehmen so schnell wie möglich notwendige Kredite zur Verfügung stellen. Seit 23.03. können Firmen, die durch die Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten seien, die neuen Sonderkredite der KfW in Anspruch nehmen, teilte die KfW mit.

Die KfW übernimmt bei Betriebsmittelkrediten 90 % des Risikos gegenüber den Hausbanken. Für größere Unternehmen beträgt die Haftungsfreistellung 80 %. Nach Angaben der KfW betrug sie bisher maximal 50 %. Auch die Kreditzinsen wurden verbessert. Sie liegen je nach Bonität zwischen 1,0 und 1,46 % eff. Jahreszins für kleine und mittlere Unternehmen (bis 249 Beschäftigte und 50 Millionen Umsatz). Für größere liegt er zwischen 2,0 und 2,12 %.

Anträge könnten ab sofort über die Hausbank eingereicht werden. Weitere Infos finden Sie unter www.kfw.de.

Unternehmen, die Bürgschaften für Kredite in Anspruch nehmen möchten, werden gebeten, sich an die Bürgschaftsbank Sachsen zu wenden. Die Bürgschaftsbank Sachsen vergibt Express-Bürgschaften für Unternehmen schnell und unbürokratisch. Notfall-Hotline:

  • Regierungsbezirke Chemnitz & Leipzig: 0174-3807535
  • Regierungsbezirk Dresden: 0172-6028464

Steuerliche Maßnahmen

Wenn es in Unternehmen aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus zu Beeinträchtigungen kommt, stehen auch verschiedene steuerliche Hilfsangebote der Finanzämter zur Verfügung:

  • Herabsetzung von laufenden Vorauszahlungen zur Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer
  • Gewährung von Stundungen
  • vorübergehender Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen
  • Erlass von Säumniszuschlägen

Ab sofort ist es möglich, die Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung für das Jahr 2020 nachträglich bis auf Null Euro herabzusetzen. Demnach können dann bereits gezahlte Beträge erstattet oder mit anderen Zahllasten verrechnet werden. Für die Nutzung dieser Möglichkeit genügt ein formloser Antrag an das zuständige Finanzamt.

Für Unternehmen wurde die Gewährung von Steuerstundungen erleichtert, wenn die Einbeziehung eine erhebliche Härte darstellen würde. Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat die Finanzverwaltungen angewiesen, keine strengen Anforderungen zu stellen. Laut Sächsischem Finanzministerium (SMF) ist eine Stundung grundsätzlich für alle Steuerarten möglich. "Nur" die Lohnsteuer und Kapitalertragsteuer dürfen nicht gestundet werden. Zudem gilt dies nur für offene Steuerzahlungen.

Ein Antrag ist schriftlich oder per E-Mail an das zuständiges Finanzamt zu richten. Darin muss dargelegt werden, um welche Steuerforderung es sich konkret handelt. Der Antrag ist zu begründen. Die Antragsformulare können Sie ebenfalls auf dem Wege anfordern. Es ist zudem möglich, Ratenzahlungen zu vereinbaren und Steuervorauszahlungen anzupassen.

Achtung:
Für die Gewerbesteuer und die Grundsteuer sind Stundungs- und Erlassanträge an die jeweilige Gemeinde zu richten. Allerdings kann das Finanzamt nach Antrag auf Herabsetzung der Gewerbesteuervorauszahlungen den Gewerbesteuermessbetrag mindern.

Bei den Steuern, die von der Zollverwaltung verwaltet werden (z.B. Energiesteuer), ist die Generalzolldirektion angewiesen worden, den Steuerpflichtigen entgegenzukommen. Gleiches gilt für das Bundeszentralamt für Steuern, das für die Versicherungssteuer und die Umsatzsteuer zuständig ist und entsprechend verfahren wird.

Außerdem soll auf Vollstreckungsmaßnahmen bzw. Säumniszuschläge bis zum 31.12.2020 verzichtet werden, solange der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung unmittelbar von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen ist.

Informationen der sächsischen Finanzverwaltung finden Sie hier. Die Antragstellung besprechen Sie bitte mit Ihrem Steuerberater.

Dokumente

Zurück zur Artikelübersicht