Überbrückungshilfe III kann beantragt werden Wirtschaftliche Maßnahmen gegen Folgen der Coronakrise in Sachsen

Wirtschaftliche Maßnahmen gegen Folgen der Coronakrise in Sachsen Zum Vergrößern anklicken

11.02.2021

Zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise stehen Ihnen im Freistaat Sachsen nachstehende Hilfsangebote zur Verfügung. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Herrn Schulze, Bereich Betriebswirtschaft, Tel. 0341 200537-40, thomas.schulze@installateur.net.

Steuerliche Maßnahmen

Es stehen verschiedene steuerliche Hilfsangebote der Finanzämter zur Verfügung. Informationen der sächsischen Finanzverwaltung finden Sie hier. Die Antragstellung besprechen Sie bitte mit Ihrem Steuerberater:

  • Herabsetzung von laufenden Vorauszahlungen zur Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer
  • Gewährung von Stundungen
  • vorübergehender Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen
  • Erlass von Säumniszuschlägen

Bei den Steuern, die von der Zollverwaltung verwaltet werden (z.B. Energiesteuer), ist die Generalzolldirektion angewiesen worden, den Steuerpflichtigen entgegenzukommen. Gleiches gilt für das Bundeszentralamt für Steuern, das für die Versicherungssteuer und die Umsatzsteuer zuständig ist und entsprechend verfahren wird.

Außerdem soll auf Vollstreckungsmaßnahmen bzw. Säumniszuschläge bis zum 31.12.2020 verzichtet werden, solange der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung unmittelbar von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen ist.

Überbrückungshilfe III

Die Antragstellung für die Überbrückungshilfe III ist ab sofort möglich. "Die ersten Abschlagszahlungen mit Beträgen von bis zu 400.000 Euro starten ab 15. Februar", teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Dabei könnten pro Monat maximal 100.000 Euro an Abschlägen beantragt werden. Die endgültige Entscheidung über die Anträge und die reguläre Auszahlung durch die Länder werde ab März erfolgen, hieß es weiter.

Insgesamt könnten Unternehmen, die von der Corona Pandemie und dem aktuellen Teil-Lockdown stark betroffen sind, für die Zeit von November 2020 bis Ende Juni 2021 dann eine staatliche Unterstützung von monatlich bis 1,5 Millionen Euro erhalten.

Die Überbrückungshilfe III soll schon dann beantragt werden können, wenn im Fördermonat ein Umsatzminus von wenigsten 30 % im Vergleich zum Vorjahresmonat nachgewiesen werden kann. Bisher mussten Unternehmen Umsatzeinbußen in mehreren aneinanderhängenden Monaten beziehungsweise höhere Umsatzeinbrüche nachweisen. Dabei hängt die Höhe der Förderung von der Höhe der Umsatzverluste ab.

So werden bei einem Umsatzrückgang von 30 bis 50% 40% der förderfähigen Fixkosten erstattet. Bei Umsatzrückgängen von mehr als 70% sind es 90%.

Die Antragstellung erfolgt wieder über die digitale Plattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de durch prüfende Dritte (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder Rechtsanwälte. Soloselbstständige, die Neustarthilfe beantragen, können direkt Anträge stellen und dazu das ELSTER-Zertifikat nutzen.

Weitere Infos, FAQs und die Registrierung für Steuerberater finden Sie ebenfalls unter www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de.

November- bzw. Dezemberhilfe

Tipp:
SHK-Unternehmen sind i.d.R. nicht antragsberechtigt und sollten die Beantragung von Überbrückungshilfe III prüfen.

Die Antragstellung für die Dezemberhilfe ist seit dem 23.12.2020 möglich.

Direkt oder indirekt vom 2. Lockdown betroffene Firmen können Auszahlungen der November- bzw. Dezemberhilfe beantragen. Pro Schließungswoche sollen insgesamt Zuschüsse von 75% des durchschnittlichen wöchentlichen Umsatzes im November bzw. Dezember 2019 gewährt werden, wobei anderweitige Hilfen (inkl. KuG) angerechnet werden.

Die November- bzw. Dezemberhilfe beträgt 75 % vom Nettoumsatz des Vergleichszeitraums, anteilig für jeden Tag im November bzw. Dezember 2020. Grundsätzlich ist der Vergleichszeitraum der Vormonat 2019, bei Soloselbstständigen wahlweise der durchschnittliche Monatsumsatz 2019. Wenn im November bzw. Dezember trotz der grundsätzlichen Schließung Umsätze erzielt werden, werden diese bis zu einer Höhe von 25 % des Vergleichsumsatzes nicht angerechnet.

Die November- bzw. Dezemberhilfe wird mit bereits erhaltenen staatlichen Leistungen für den Zeitraum, wie z.B. Kurzarbeitergeld oder Überbrückungshilfe oder mit eventuell späteren Leistungen aus der Überbrückungshilfe verrechnet.

Die Novemberhilfe bezieht sich auf den Zeitraum des zweiten Lockdowns von Montag, 2. bis Montag, 30. November. Das sind 29 von 30 Novembertagen.

Anspruch auf die November- bzw. Dezemberhilfe haben vier Arten von Betroffenen:

  1. Direkt von den Schließungen Betroffene oder ihnen gleich gestellte
  2. Indirekt Betroffene, weil sie in großem Umfang für direkt Betroffene tätig sind
  3. Indirekt über Dritte Betroffene
  4. „Mischbetriebe“, die direkt, indirekt und/oder über Dritte betroffen sind.

Direkt betroffen sind u.a.:

  • Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen,
  • Gastronomiebetriebe (mit Ausnahme von Außerhausverkauf und Kantinen),
  • Theater, Opern, Konzerthäuser,
  • Messen,
  • Kinos,
  • Museen,
  • Freizeitparks,
  • Spielhallen, Wettannahmestellen, Prostitutionsstätten, Bordelle,
  • der Freizeit- und Amateursportbetrieb,
  • Schwimm- und Spaßbäder, Saunen, Thermen und
  • Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege (mit Ausnahme medizinisch notwendiger Behandlungen),
  • Beherbergungsbetriebe,
  • Veranstaltungsstätten und
  • Veranstalter, die 2019 ausschließlich Umsatz aus Veranstaltungen erzielt haben, die per Verordnung untersagt wurden.

Indirekt über Dritte betroffen sind Unternehmen, die regelmäßig (im Jahr 2019) 80 % ihrer Umsätze im Auftrag direkt von den Maßnahmen betroffener Unternehmen (z.B. Veranstaltungsagenturen) erzielen.

Die Novemberhilfe kann seit 25.11.2020, beantragt werden. Eine Antragstellung ist voraussichtlich möglich bis 31.01.2021. Die Antragstellung für die Dezemberhilfe ist seit dem 23.12.2020 möglich. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf die Förderung. Wenn die vorgesehenen Mittel erschöpft sind, könnte die Vergabe theoretisch eingestellt werden.

Wir empfehlen deshalb, den Antrag zeitnah zu stellen, auch in Hinblick auf eine frühere Bearbeitung und Auszahlung.

Die Antragstellung erfolgt wie bei den Überbrückungshilfen grundsätzlich durch Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder Rechtsanwälte.

zur Antragstellung

Soloselbständige können bis zu einem Betrag von 5.000 Euro unter Nutzung Ihres ELSTER-Zertifikates selbst beantragen.

zum Direktantrag

Diese Umsätze sind nicht zu berücksichtigen:

  • Corona-Überbrückungshilfe,
  • Versicherungsleistungen,
  • Stipendien,
  • Unentgeltliche Wertabgaben,
  • Innergemeinschaftliche Erwerbe,
  • Umsätze eines Unternehmensverbundes, die gleichzeitig Kosten des Unternehmensverbundes darstellen (Leistungsverrechnung innerhalb des Unternehmensverbundes),
  • Umsätze aus gewerblicher Vermietung, die optional der Umsatzbesteuerung unterliegen,
  • Einmalige Umsätze (z.B. Anlageverkäufe).

Erfolgt keine monatliche Abrechnung der Umsätze (z.B. bei Dauerleistungen), ist es zulässig, von einer gleichmäßigen Verteilung der Umsätze auszugehen.

KfW-Schnellkredit

Bis zum 30.06.2021 können Sie bei Ihrer Bank oder Sparkasse einen KfW-Schnellkredit 2020 abschließen. Die Konditionen:

  • Für Anschaffungen und laufende Kosten
  • Kredit mit 3,00 %  Sollzins p.a.
  • Kleinere und große Kreditbeträge – bis zu 800.000 Euro
  • Bis zu 10 Jahre Zeit für die Rückzahlung, 2 Jahre keine Tilgung
  • Die KfW übernimmt 100 % des Bankenrisikos
  • Voraussetzung: Sie haben im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2019 oder im Jahr 2019 einen Gewinn erzielt

Weitere Infos finden Sie hier.

Zum Vorab-Check

Stabilisierungsfonds der SAB

Mit dem Stabilisierungsfonds sollen kleine und mittlere Unternehmen (KMU), welche von Corona bedingten Einschränkungen betroffen sind, rekapitalisiert und die Grundlagen für die konjunkturelle Erholung der sächsischen Wirtschaft geschaffen werden. Der Stabilisierungsfonds stellt Eigenkapital und eigenkapitalähnliche Mittel in der Regel in Form von stillen Beteiligungen mit Rangrücktritt zur Verfügung. Damit können sowohl Investitionen als auch Betriebsmittel finanziert werden. Ziel ist es, krisenbedingte Verluste an Eigenkapital zu mildern, die Rückkehr der Unternehmen auf den Wachstumspfad zu ermöglichen und Arbeitsplätze zu erhalten.

Voraussetzung für eine Beteiligung ist ein positives Ergebnis der unternehmensbezogenen Risikoprüfung der SBG - Sächsische Beteiligungsgesellschaft mbH. Anträge stellen können nur produzierende Unternehmen, produktionsnahe oder technologieorientierte Dienstleistungsunternehmen älter 3 Jahre, die zum 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein dürfen.

Für Fragen erreichen Sie die SAB unter der Hotline 0351 4910-1100 sowie unter der E-Mail corona@sab.sachsen.de. Die Beratung ist kostenlos.

Zur Antragstellung

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